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Im Zentrum des Ausstellungsprojekts On the Quiet steht ein Paket. Es wird zum Träger und Produzenten des Geschehens. Die einfachste und günstigste Lösung, um etwas Materielles weltweit von einem Ort zum anderen zu schicken, ist der Postverkehr. Folglich wird im Rahmen der Ausstellung ein Paket mit Kunst befüllt. In diesem Behältnis ist alles, was für die Ausstellung On the Quiet benötigt wird und alles, worauf nicht verzichtet werden kann. Ein einziges Paket von maximal 1,5 kg setzt den Rahmen, in dem sich die eingeladenen Künst-ler*innen bewegen. Es besitzt die Flexibilität ohne Mehraufwand um die Welt zu reisen, von Museum zu Museum zu wandern: von der Galerie Stadt Sindelfingen zur Kunsthalle Mannheim zum Museo Nacional de Bellas Artes in Santiago de Chile und anschließend weiter nach China, Mexiko oder Südafrika.

 

Mit dem Aufkommen von Handelswegen wurde auch die bildende Kunst mobil, d.h. verpackt, transportiert und ausgestellt. Zunächst regional, dann transnational, heute global. Kunst fußt auch auf einem unentbehrlichen Bedürfnis nach Sichtbarkeit und Austausch, nach Erweiterung innerhalb und außerhalb ihres vertrauten Terrains. In unserer Gegenwart kann alles überallhin verschickt und an jedem Ort entgegengenommen werden. Obgleich Name und Adresse angegeben sind, bleiben Pakete in ihrer konkreten Gegenständlichkeit anonym. Zweckorientiert werden sie hin und her bewegt. Ein Paket öffnet einen Raum für alltägliche Momente, die spiegeln wie durchstrukturiert, antizipativ und affektneutral transportgebundene Kommunikationsverläufe sind. Ein unversichertes Kunstpaket zwingt sich dazwischen – dorthin, wo eine Alltagshandlung wie die Paketaussendung das Potential bekommt, weltweit künstlerische Vielfalt zu zeigen und sich dem institutionellen Paradigma der Hyperfunktionalität und Kontrollierbarkeit zu entziehen. Das Projekt On the Quiet riskiert durch den Einsatz des Postpakets seine eigene Bedeutungslosigkeit: die Kunst reist ‚incognito‘ und gibt ihren Status erst nach der Paketöffnung preis. Die Fracht wird als gewöhnlich und unpersönlich deklariert. Zu verstehen als minimalistische, subversive Geste und utopisches Modell eines alternativen Distributionssystems von Kunst. Und was passiert, wenn das Paket unterwegs verloren geht? Dann endet das Projekt.

KuratorInnen:

Carolina Pérez Pallares 

& Benjamin Appel

      On the Quiet

Kunsthalle

Mannheim

19

20

Jamika Ajalon

Benjamin Appel

Art N More

Silvia Bächli

Ernst Caramelle

Eric Hattan

Schirin Kretschmann

Carolina Pérez Pallares

Marion Porten

Thomas Rentmeister

Manuela Ribadeneira

Tilo Schulz

Maya Schweizer

17.11.

23.02.

Studio

Das Projekt On the Quiet wurde von der Galerie Stadt Sindelfingen unterstüzt.

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